DAV gegen Pläne zum Kraftwerksausbau

 


DAV gegen Pläne zum Kraftwerksausbau - Fluss-Ökosystem Tiroler Lech in Gefahr

 


Der Deutsche Alpenverein spricht sich mit Nachdruck gegen die Ausbaupläne am Spullersee-Kraftwerk in Vorarlberg aus.

Die Realisierung dieser Pläne hätte unabsehbare Folgen für das Fluss-Ökosystem am Tiroler Lech. Er gehört zu den letzten weitgehend unverbauten Wildflusslandschaften im Alpenraum.

Das Speicherkraftwerk Spullersee existiert seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zur Steigerung der Energiegewinnung sollen nun drei Quellflüsse des Lechs in den Spullersee umgeleitet werden. Durch den dazu nötigen Überleitungsstollen würden jährlich 24,8 Millionen Kubikmeter Wasser transportiert werden – ein beachtliches Volumen, das dem Lech unwiederbringlich entzogen würde, mit unabsehbaren Folgen für die einzigartige Landschaft mit ihrer schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt.

Die Tiroler Landesregierung hat das Ausbauprojekt der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) jetzt bewilligt. Für diesen Vorgang hat der DAV kein Verständnis vor dem Hintergrund, dass der Tiroler Lech als Naturpark und Natura-2000 Gebiet ausgewiesen ist. Mit dieser Bewilligung ist eine entscheidende Genehmigungshürde genommen worden.

Bei einer großen Zahl von Organisationen, Naturschutzverbänden und auch bei den Gebietskörperschaften entlang des Tiroler Lechs stoßen die Pläne auf breite Ablehnung. Der Deutsche Alpenverein unterstützt eine Beschwerde des WWF Österreich bei der EU-Kommission gegen die Genehmigung des Kraftwerksausbaus. Sowohl das Projekt als auch das Genehmigungsverfahren sind nach Überzeugung der Beschwerdeführer mit geltendem EU-Recht nicht vereinbar.

Alle Seiten sind sich einig, dass Wasserkraft grundsätzlich einen wichtigen Beitrag beim Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung leisten kann. Gerade die ÖBB hat sich in der Vergangenheit für umweltschonende Energie- und Mobilitätskonzepte stark gemacht.

Dabei muss aber sichergestellt werden, dass nicht die letzten naturbelassenen Gewässer-Ökosysteme im Alpenraum geopfert werden und der Tiroler Lech in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt.


 

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